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Mädchenrechte stärken, Mädchenstimmen hören!
Zum Weltmädchentag am 11. Oktober erinnert die Kinder- und Jugendanwaltschaft daran, dass Mädchen das Recht haben, sicher aufzuwachsen, eigene Entscheidungen zu treffen und ihre Zukunft selbst mitzugestalten. Der diesjährige internationale Schwerpunkt „Kinderheirat beenden und in die Rechte von Mädchen investieren“ macht darauf aufmerksam, wie wichtig Schutz, Bildung und Selbstbestimmung für jedes Mädchen sind.
Der Weltmädchentag 2026 steht international im Zeichen des Kampfes gegen die Kinderheirat und die Stärkung der Rechte von Mädchen. Die Vereinten Nationen betonen dabei insbesondere das Recht jedes Mädchens auf Kindheit, Bildung, Sicherheit und die Freiheit, die eigene Zukunft selbst zu bestimmen.
Kinderheirat ist eine der gravierendsten Verletzungen der Rechte von Mädchen. Weltweit werden nach Angaben der Vereinten Nationen jedes Jahr mehr als 12 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Damit verlieren sie häufig die Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzusetzen, selbst über ihr Leben zu entscheiden und ihre Zukunft nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Darauf macht Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober aufmerksam.
„Ein Mädchen soll Kind sein dürfen. Es soll lernen, sich entwickeln, eigene Wünsche und Vorstellungen haben und selbst entscheiden können, welchen Weg es in seinem Leben gehen möchte. Kinderheirat nimmt Mädchen diese Möglichkeit und verletzt grundlegende Kinderrechte: das Recht auf Schutz, Bildung, Gesundheit, Beteiligung und die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Die Kinderrechte gelten für alle Kinder – unabhängig von ihrem Geschlecht“, betont Höller.
Das diesjährige Motto des Weltmädchentages fordert deshalb nicht nur ein Ende von Kinderheirat, sondern ausdrücklich auch Investitionen in die Rechte von Mädchen. Denn der Schutz vor Kinderheirat beginnt nicht erst dort, wo eine Eheschließung unmittelbar bevorsteht. Mädchen brauchen von klein auf Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Schutz sowie die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern und an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, beteiligt zu werden.
„In die Rechte von Mädchen zu investieren bedeutet, ihnen Chancen zu eröffnen und ihre Selbstbestimmung zu stärken. Bildung, Schutz und Beteiligung sind keine zusätzlichen Angebote, sondern Rechte, die jedem Mädchen zustehen“, erklärt die Kinder- und Jugendanwältin.
Kinderheirat kann weitreichende Folgen haben: Mädchen verlassen häufiger die Schule, sind einem erhöhten Risiko von Gewalt ausgesetzt und haben weniger Möglichkeiten, wirtschaftlich und gesellschaftlich selbstbestimmt zu leben. Gleichzeitig zeigen internationale Erfahrungen, dass Fortschritte möglich sind, wenn Mädchen Zugang zu Bildung erhalten, ihre Rechte geschützt werden und Familien und Gemeinschaften unterstützt werden. „Der Weltmädchentag lenkt damit den Blick auf eine Frage, die über das Thema Kinderheirat hinausgeht: Welche Möglichkeiten geben wir Mädchen, ihre Kindheit und ihre Zukunft selbst zu gestalten?“, hebt Höller hervor und ergänzt:
„Mädchen brauchen Erwachsene, die ihnen zuhören, ihre Rechte kennen und diese auch schützen. Wenn wir wollen, dass Mädchen ihre Zukunft selbst gestalten können, müssen wir ihnen heute die Voraussetzungen dafür geben.“
KIJA

