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Wenn eine Krise alle trifft: Suizidprävention für Betroffene und Angehörige

In einer suizidalen Krise richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die unmittelbar betroffene Person. Kinder- und Jugendanwältin Höller weist anlässlich des Welttages der Suizidprävention am 10. September darauf hin, dass auch die Personen im familiären und sozialen Umfeld - insbesondere Kinder und Jugendliche - mehr Beachtung benötigen.

Wenn ein Mensch eine suizidale Krise durchlebt, betrifft dies häufig auch jene Menschen, die ihm nahestehen. Eltern, Partnerinnen und Partner, aber auch Geschwister, Kinder, Freundinnen und Freunde oder andere Bezugspersonen sind zwar nicht unmittelbar betroffen, aber dennoch oft eng in die Bewältigung der Situation eingebunden. Sie versuchen, für die betroffene Person da zu sein und ihr Halt zu geben. Ihre persönlichen Bedürfnisse werden dabei häufig zu wenig wahrgenommen und geraten leicht in den Hintergrund. Zwischen der Sorge um den nahestehenden Menschen und den Anforderungen des eigenen Alltags bleibt wenig Raum für die eigenen Ängste, Sorgen und Unsicherheiten.

Deshalb ist es wichtig, auch ihnen Gehör zu schenken und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche kann die suizidale Krise eines Elternteils, der Schwester oder des Bruders oder einer anderen vertrauten Person eine besondere Herausforderung darstellen. Sie brauchen Unterstützung sowie etwa die Möglichkeit, über ihre Sorgen und Fragen zu sprechen, ohne dabei das Gefühl zu haben, Verantwortung für die Situation übernehmen zu müssen.

„Wer einen Menschen in einer suizidalen Krise begleitet und ihm nahesteht, bleibt von der jedenfalls belastenden Erfahrung nicht unberührt. Niemand sollte in einer solchen Situation das Gefühl haben, alles allein bewältigen zu müssen. Angehörige brauchen ebenfalls Unterstützung und Klarheit darüber, was sie tun und an wen sie sich wenden können“, betont Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller am Welttag der Suizidprävention am 10. September.

Gute Suizidprävention muss folglich das gesamte Umfeld einbeziehen. Dazu gehört, die psychische Gesundheit von Angehörigen und Bezugspersonen zu stärken und übermäßige Belastung frühzeitig zu erkennen. Kleine Gesten, wie aktives Zuhören, ehrliches Interesse und praktische Hilfe, haben große Wirkung. Zudem ist es wichtig, den Zugang zu niederschwelligen und gut erreichbaren Beratungs- und Unterstützungsangeboten weiter sicherzustellen. Selbstfürsorge bedeutet nicht, nur an sich selbst zu denken, sondern ist eine wesentliche Voraussetzung langfristig für andere da sein zu können. „Wer langfristig stützen will, muss stabil stehen,“ so die Kinder- und Jugendanwältin Höller abschließend.

Notfall- und andere Hilfskontakte:

Psychologisches Krisentelefon 24/7: Grüne Nummer 800 101 800 zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar und richtet sich hauptsächlich an Menschen in existenziellen Krisensituationen.

Caritas Telefonseelsorge

Telefon: 0471 052 052 (rund um die Uhr)
Online: www.telefonseelsorge.bz.it, Mailberatung (rund um die Uhr), Chatraum (Mo bis Do von 18 bis 21 Uhr)

Psychologische Dienste (zu Bürozeiten)

Bozen: 0471 435001
Meran: 0473 251960
Bruneck: 0474 586220
Brixen: 0472 813100

Im akuten Notfall: Notrufnummer 112

Oder begeben Sie sich zur Ersten Hilfe eines Krankenhauses (Bozen, Meran, Brixen und Bruneck), dort besteht rund um die Uhr ein psychiatrischer Bereitschaftsdienst.

Weitere Anlaufstellen für betroffene Menschen und Angehörige:

https://www.suizid-praevention.it/
https://www.dubistnichtallein.it/

KIJA

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