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Essstörungen bei Jugendlichen: Prävention auch im digitalen Umfeld stärken
Anlässlich des Nationalen Tages zur Sensibilisierung für Essstörungen am 15. März macht Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller auf ein Phänomen aufmerksam, das immer jüngere Menschen betrifft.
In den vergangenen Jahren ist auch in Südtirol ein Anstieg von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen. Obwohl die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen in den Daten der Dienste besonders stark vertreten ist, wächst die Besorgnis insbesondere über die steigende Zahl von minderjährigen Betroffenen, die von spezialisierten Diensten betreut werden, sowie über das zunehmend frühere Auftreten der Essstörungen, das in einigen Fällen bereits die Vorpubertät betrifft. Darauf macht Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller anlässlich des Nationalen Tages zur Sensibilisierung für Essstörungen am 15. März aufmerksam.
Essstörungen treten zudem deutlich häufiger bei Mädchen und jungen Frauen auf, auch wenn zunehmend auch junge Männer betroffen sind. Diese Entwicklung macht deutlich, wie wichtig es ist, frühzeitige Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen insbesondere für Kinder und Jugendliche weiter auszubauen.
„Essstörungen stellen ein komplexes Phänomen dar, das sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit betrifft und die emotionale Entwicklung sowie jene der Identität von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinflussen kann“, hebt Höller hervor und ergänzt, dass neben individuellen und familiären Faktoren heute auch das soziale und digitale Umfeld zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die tägliche Nutzung sozialer Medien konfrontiert junge Menschen häufig mit unrealistischen Schönheitsidealen und stark auf die äußere Erscheinung ausgerichteten Darstellungen. Dadurch können ständige Vergleiche und ein wachsender Druck in Bezug auf das eigene Körperbild entstehen. In einer Entwicklungsphase, in der sich die Identität noch formt, besteht die Gefahr, dass der eigene Wert zunehmend über das äußere Erscheinungsbild und die online erhaltene Anerkennung definiert wird.
„Soziale Medien sind ein fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen und stellen wichtige Räume für Austausch und Beziehungen dar. Gleichzeitig ist es notwendig, junge Menschen dabei zu begleiten, einen kritischen Blick auf die online vermittelten Schönheitsideale zu entwickeln, damit Körperbild und Selbstwert nicht ausschließlich über die äußere Erscheinung definiert werden“, betont Kinder- und Jugendanwältin Höller.
Die Prävention von Essstörungen erfordert ein gemeinsames Engagement von Familie, Schule, Gesundheitsdiensten und Institutionen. Dabei sind insbesondere Maßnahmen zur emotionalen Bildung, zur Förderung von Medienkompetenz sowie zur Stärkung des psychischen Wohlbefindens von großer Bedeutung. „Frühzeitige Prävention“, so Höller abschließend, „bedeutet, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, eine gesunde Beziehung zu ihrem Körper, zu ihren Gefühlen und zu sich selbst zu entwickeln.“
KIJA

